Recht zu haben, heisst nicht das Recht zu haben

In meinem frisch entfachten Elan schwang ich mich neuerdings auf mein Fahrrad. An Tagen, wo es der Terminkalender zulässt, erkunde ich die Strecke per Rad. Selbst bei nervtötendem Regen finde ich meinen Frieden – bis ich unweigerlich auf ein Fahrrad-Monster stoße.

Ich gestehe, einen Teil der Route nehme ich auf der linken Seite in Angriff. Weshalb? Weil es aus meiner Sicht absurd erscheint, vierfach die Straße zu überqueren, mitunter an heiklen Punkten, anstatt ein Teilstück sicher auf der verkehrten Seite zu meistern, um danach auf die rechtmäßige Seite zu wechseln. Jawohl, mir ist die Brisanz meines Manövers bewusst.

Die eigentliche Bedrohung auf diesem Pfad entsteht aber durch in zu Monstern mutierenden Damen und Herren auf dem Fahrrad, deren Aggressionspegel scheinbar unermesslich ist. Das eine Monster nimmt mich gezielt ins Visier, das andere Monster schreit mich an, als hätte ich gerade Ihr Kind gegessen. Leider höre ich auf von Teens immer wieder, dass solche Ungeheuer auch vor Kindern und Jugendlichen nicht haltmachen.

Recht zu haben, heisst nicht das Recht zu haben andere zu attackieren. Wenn jemand das brennende Verlangen verspürt, auf Missstände hinzuweisen, kann ich das bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Doch wildfremde Menschen anzubrüllen oder zu bedrängen? Junge Menschen anzublöcken? Hand aufs Herz; ist es so essentiell, das eigene Recht zu zementieren? Streng genommen geht es Euch nichts an. Das ist keine Zivilcourage, das ist Rechthaberei pur.

Also locker bleiben und sich über alle freuen, die es in euren Augen richtig machen.

Die Macht der Medien

Ich bin immer wieder erstaunt, auf welcher Basis Meinungen gebildet werden. In Onlinediskussionen ist verstärkt zu erkennen, dass die Überschrift oft reicht, um sich eine klare (und teilweise auch radikale) Einstellung zu bilden. Auf TikTok, Instagram und Facebook werden Videoschnipsel zu Skandalen, ohne, dass diese weitergehend betrachtet werden. Ein gutes Beispiel ist dafür die Aussage von Herrn Laschet bezüglich „der Fehler in 2015“. In den Medien wird die Aussage als Skandal gepuscht. Aber was sagen eigentlich die anderen Parteien dazu?
@heuteshow

Ungünstig sowas mitten im Wahlkampf. #heuteshow

♬ Originalton – heuteshow

Dabei ist auch interessant zu sehen, wie manipulativ die Worte rund um das Video sind (auch wenn heuteshow eine Politiksatire ist). In meinen Augen erschreckend. In einem anderen TikTok wird diese Macht der Medien nochmal stark überspitzt dargestellt – und doch ist mehr als ein Hauch davon wahr.

https://www.tiktok.com/@loki2609/video/6996073733114891526?lang=de-DE&is_copy_url=1&is_from_webapp=v1

Mein Ziel ist es, mein Umfeld dazu animieren, sich richtig zu informieren und dann eine eigene Entscheidung zu treffen. Ich will niemanden zu einer Partei, sondern zu Eigeninitiative führen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in meinem Post die Übersicht leichter zu machen. Ich bin nicht in der Politik, aber mir geht es auf den Keks zu sehen, dass der Wahlkampf zunehmend dreckiger wird. Es wird überhaupt nicht mehr auf die eigenen Stärken geschaut, sondern nur noch auf die vermeintlichen Fehler der anderen. Es geht schließlich darum, in welche Richtung sich unser Land (ja, das darf man sagen) und damit auch ein Stückchen die Welt entwickelt. Schließlich sind wir ein kleines Stückchen dieser Welt.
Ich hoffe, ich konnte inspirieren und helfen.

Dramatische Drogen Experimente

In Grenznähe zu wohnen hat nicht nur Vorteile. Nachrichten über Drogenschmuggeler sind immer wieder mal ein Teil der örtlichen Berichterstattung.  Ein Grund für mich das Thema mal aufzugreifen. In meinem Leben musste ich einige Leben sehen, die durch Drogen (am Rande gesagt ist Alkohol für mich ebenfalls eine Droge) nicht nur Ihre Träume aufgeben mussten, sondern Ihr Leben zerstört haben. Oft auch das Leben der Menschen in Ihrem Umfeld.

Der Künstler Bryan Lewis Saunders hat unter der Einwirkung verschiedener Drogen Selbstportraits gezeichnet. Für mich eine erschreckende Studie mit erschreckendem Ergebnis. Also Finger weg von den Drogen!

Die Sache mit dem Wald. Kunden in Deutschland

Aber neben dem Verlust von qualifizierten Mitarbeitern und dem Ersatz durch 450 € Kräfte, kämpft der Einzelhandel auch noch gegen ein anderes Problem: Den Kunden. Es weht ein rauer Wind in deutschen Geschäften. Bei einem befreundeten Unternehmer aus der Mobilfunkbranche durfte ich folgende Situation miterleben.

Ein Ehepaar (Alter ca. 45 Jahre) betritt das Ladengeschäft. Begrüßungen sind scheinbar nicht mehr modern, stattdessen findet sich die Dame uninteressiert an der Seite des Verkaufstresen ein und brummelt „Eine Vodafonekarte für 15“ und meinte höchstwahrscheinlich Euro. Blickkontakt oder ähnliche Kommunikationsmöglichkeiten, in denen man Freundlichkeiten ausdrücken kann, wurde trotz freundlicher Reaktion des Geschäftsinhabers vermieden.
Während des Bedienvorganges fing die Dame auf einmal an zu reden – nur mit wem? Dem Blick des Unternehmers konnte ich entnehmen, dass auch er verwirrt war. Nach meiner Anmerkung, dass die Kundin offenbar mit einer Freisprechanlage telefoniert, folge ein weiterer Bestellvorgang. „Habt Ihr auch Telekom?“ Nachdem der Inhaber die Frage bejahte, bestellte die Dame auf die gleiche Art eine Karte im Wert von 20 €. Die gibt es allerdings nicht, wie der Verkäufer geduldig erklärte. Alternativ wurde der immer noch telefonierenden Dame die 15 € Karte angeboten. Das war anscheinend nicht in Ordnung und sie verließ mit den Worten, dass es bescheuert sei, das Geschäft. Plötzlich brüllte die Kundin Ihre Tochter, mit der sie ganze Zeit telefoniert hat, mit den Worten „Dann musst Du auch sagen, dass Du eine 25 Karte willst..“ an. Ein neuer Bestellvorgang beginnt. „Telekom für 25..“ Als der Geschäftsinhaber erklärte, dass es nur Karten für 15 € und für 30 € gibt, verlässt die Kundin wortlos das Geschäft. Der Mann, der die ganze Zeit anscheinend nichts mit dem Einkauf zu tun hatte und die Handys im Geschäft ausgiebig angeschaut hatte, ging übrigens auch mit.

Ich war fassungslos. Der Geschäftskollege erklärte mir, dass solche Verhaltensweisen keine Ausnahmen seien. Wenn das wirklich so ist, dann kann ich frustrierte Verkäufer/innen besser verstehen und nur hoffen, dass ich in Geschäften trotz Alltagsstress, schlechter Laune oder warum auch immer einen besseren Umgangston an den Tag lege. Meiner Meinung nach sollte sich der Kunde, der wie ein König behandelt will, auf eine gewisse Art und Weise auch adelig benehmen und ein paar Grundsätze beherzigen:

  • Freundlichkeit beginnt bei der Begrüßung und endet bei der Verabschiedung
  • Ein Lächeln hat noch niemanden geschadet
  • Aufmerksamkeit, die man verlangt, sollte man auch schenken
  • Jeder Verkäufer / Jede Verkäuferin (jeder Mensch) verdient gerade bei den aktuellen Arbeitszeiten einen gewissen Grundrespekt

Und das sind nur die selbstverständlichsten Verhaltensregeln. Nicht vergessen: „So wie man in einen Wald hineinruft, so schallt es auch wieder raus.“

 

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Die anderen sind mir egal!

Soziale Netzwerke verknüpfen uns, aber sind kein Ersatz für soziale Verbindungen. Durch die Flut von Informationen sind wir abgestumpft und nehmen unser Umfeld oft nicht mehr richtig wahr.

Jeden Tag sterben in Indien weit über 4.500 Kinder. Das entspricht etwa allen Kindern der 33 Grundschulen in der Grafschaft Bentheim. Bis vor Kurzem hatte ich keinen Bezug zu Indien. Durch Kontakte in meinem persönlichen Umfeld bricht mir die Armut und das damit verbundene Elend das Herz. Wir können nicht die Welt retten, aber manchmal kann man einfach mit Geld helfen. In Indien oder Afrika retten 25 € im Monat Leben. Geld, das fast jeder aufbringen kann. Also kann auch fast jeder von uns Leben retten. Warum tun wir das dann nicht?  Wie Fettes Brot 2005 schon in Ihrem Song „An Tagen wie diesen…“ singt, bewegen uns erst Dinge, wenn wir auch selber betroffen sind oder wenigstens einen direkten Bezug herstellen können. Dieser Artikel soll nicht anklagen oder auf die Tränendrüse drücken, sondern einfach ein Gedankenanstoß sein.

Mich hat das nachdenklich gestimmt. Wie oft dreht sich alles in unserem Leben nur um uns und wann sind wir so geworden? Wir leben in einer Welt der Selbstdarstellung. Jeder erzählt mit Worten oder Bildern, was in dem eigenen Leben passiert. Die passenden Filter kaschieren dabei Pickel und andere Unschönheiten. Aber wir haben aufgehört unseren Freunden und potentiellen Freunden zuzuhören und zu erkennen, wann ein Freund gebraucht wird. Wie oft steht der alltägliche Wahnsinn einem Termin im Weg? Wie oft schauen wir weg, weil wir den Stress jetzt nicht auch noch gebrauchen können?

Wir können nicht jedem ein guter Freund sein, aber einige Menschen werden dafür dankbar sein.

 


Quellen: Lukas 10: 30-37, zeit.de, harris Marktforschung, Grafschaft Bentheim

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